
Zooplankton-Ökologie
Arbeitsgebiete
In der AG Zooplankton-Ökologie untersuchen wir die ökologischen Auswirkungen von Klimavariabilität und langzeitlicher Veränderungen der hydrographischen Bedingungen auf das pelagische Nahrungsnetz und die Dynamik des marinen Zooplanktons. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt dabei hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, auf der ökologisch wichtigen Gruppe der Ruderfußkrebse (Copepoda). Mit Hilfe von Laborexperimenten, Feldstudien und dem langzeitlichen Monitoring des Zooplanktons erforschen wir die Lebenszyklen verschiedener Schlüsselarten der Ostsee und untersuchen, wie die hydrographischen und biologischen Rahmenbedingungen die saisonale Dynamik und Produktivität der Arten in den verschiedenen Teilgebieten der Ostsee steuert. Ziel ist es, durch ein besseres mechanistisches Verständnis die Bewertung zukünftiger Veränderung in der Produktivität und Biodiversität des Zooplanktons zu ermöglichen.
Forschungsthemen
S2B - Flachwasserprozesse und deren Relevanz für die gesamte Ostsee
Die flachen Küstengebieten der Ostsee sind durch deutlich ausgeprägte kurzzeitige und saisonale Schwankungen in den Umweltbedingungen gekennzeichnet und unterscheiden sich in der Diversität des Zooplanktons zum Teil deutlich von den offenen Seegebieten der Ostsee. Im Rahmen des S2B erforschen wir die grundlegenden Anpassungen und Prozesse, die diese Biodiversitätsgradienten in Ostsee aufrechterhalten. Neben der Analyse von Lebenszyklen dominanter pelagischer Organismen liegt der Fokus auf Überwinterungsstrategien und Rekrutierung und ihre regulatorischen Mechanismen im Vergleich zur offenen Ostsee, über die nur wenig in der Ostsee bekannt ist. Ein geographischer Schwerpunkt liegt hier auf dem Greifswalder Bodden, der ein wichtiges Laichgebiet und Kinderstube für den Hering der Ostsee darstellt. Physiologische Untersuchungen über die Anpassung dominanter Zooplankter an die schwankenden Umweltbedingungen und über Austauschprozesse mit der offenen Ostseegeben geben weitere Aufschlüsse über die Resilienz pelagischer Populationen im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels. Die Rolle von Ästuaren als ‚hot-spots‘ und ‚stepping stones‘ für nicht-heimische Zooplankton-Arten wird exemplarisch in der Warnow untersucht.
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SeaQuester - Klimawandel in subpolaren und polaren Ökosystemen
Der Klimawandel begünstigt durch Erwärmung und den Rückgang der Meereisbedeckung die Entstehung neuer Ökosysteme in Küsten- und Hochseegebieten polarer und subpolarer Meeresgebiete. Die Folgen für die Primärproduktion, ihre Ausnutzung im Nahrungsnetz und den damit verbundenen Kohlenstofffluss ins Meeresinnere sind derzeit unklar. Im Rahmen des EU-Projekts SeaQuester untersuchen wir wie sich klimatische Veränderungen in der Arktis auf die taxonomische und funktionelle Zusammensetzung des Zooplankton auswirken, insbesondere im Hinblick auf den durch Zooplankton vermittelten Kohlenstofffluss. Dies umfasst die Dokumentation der taxonomischen Diversität der Phytoplankton- und Zooplanktongemeinschaft, die Verwendung von Biotracern (stabile Isotope und Fettsäuren) zur Bestimmung der trophischen Interaktionen, die Messung von Stoffwechselprozessen (Eiproduktion, Kotballenproduktion, Atmung) von häufig vorkommendem arktischem Zooplankton sowie die Berechnung des von dominanten Zooplanktonfressern produzierten Kohlenstoffflusses.
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Long-term changes in the Baltic Sea zooplankton
Langzeitliche Veränderungen in der Biodiversität und der Bestandsgröße des Zooplanktons werden im Rahmen des BSH-Monitoring, das im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie durchgeführt wird, in der westlichen Ostsee und als IOW-Schwerpunkt in der Bornholmsee untersucht. Das Monitoring bildet einen integralen Bestandteil unserer Forschung in Bezug auf Ursachen und Mechanismen der Veränderungen in Häufigkeit und Diversität des Zooplanktons. Insbesondere interessiert uns zurzeit die Kopplung zwischen Phänologie des Zooplanktons und der saisonalen Entwicklung von Temperatur und Nahrungsverfügbarkeit.
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AG-Leiter
Doktorandin:
Technikerinnen:
wissenschaftliche Hilfskraft:
- Leopold Schurig
ehemalige MitarbeiterInnen:
- Anette Maria Christensen
- Lina Livdane
- Laura Fuchs